Am südlichen Ende des Seilerwaldes liegt der Seilersee. Streng genommen sollten wir von der „Callerbachtalsperre“ sprechen, manchmal auch als „Kallerbachtalsperre“ geschrieben. In Iserlohn ist das Gewässer heute aber als Seilersee bekannt. Der See grenzt an die Ortsteile Nußberg, Wermingsen, Bilveringsen und Griesenbrauk.
Der Seilersee liegt direkt an der A46, Sie können die Ausfahrt nicht verpassen. An der Seilerseestraße finden Sie einen Parkplatz. Hier finden Sie die Callerbachtalsperre auf der Karte und das sind die GPS-Koordinaten: 51.38735325966466, 7.7155206751035506
Piratenspielplatz am Seilersee
Der Wanderweg um den Seilersee hat eine Länge von 1,6 Kilometern. Am Wegesrand befinden sich verschiedene Ruhebänke und ein Piratenspielplatz. Am unteren Seilersee finden Sie einen Tierpark. Sie können Ruderboote mieten und in der Nähe der Talsperre Minigolfspielen. Auch eine Eissporthalle, Tennisplätze und eine Skateanlage sind nicht weit entfernt.
Die gute Erreichbarkeit des Seilersees per Autobahn ist Vorteil und Nachteil zugleich. Denn die Autobahnbrücke führt direkt über den See. Blicken Sie nach Süden, dann haben Sie die wunderbare Natur im Auge, schauen Sie nach Norden, dann blicken Sie auf die Autobahn. Am besten blenden Sie diese Besonderheit einfach aus, dann können Sie eine erholsame Zeit am See verbringen.
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Der Bau der Callerbachtalsperre startete im Jahr 1913 und war bereits nach rund zwölf Monaten abgeschlossen. Am 10. Juni 1914 wurde die Anlage offiziell abgenommen. Ziel des Projekts war es damals, in trockenen Phasen ausreichend Frischwasser für die frühere Kläranlage Iserlohn Ost bereitzustellen. Gleichzeitig ließ sich so der Wasserstand des Baarbachs steuern, der eine zentrale Rolle für die städtische Entwässerung spielte.
Schon früh zog die Umgebung viele Besucher an. Der See entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ziel für Ausflüge. 1924 eröffnete die Brauerei Iserlohn direkt am Wasser ein Ausflugslokal. Bereits einige Jahre zuvor, im Jahr 1919, war das städtische Seilersee Stadion entstanden. Dort wurde Fußball, Handball und Hockey gespielt. Ursprünglich war die Anlage Teil der sogenannten Kaiser Wilhelm Anlagen, die bereits 1913 geplant worden waren.
Am Seeufer entstand 1937 das Haus Seilersee. Über viele Jahre hinweg wurde es als Restaurant genutzt. Heute steht das Gebäude leer und gehört der Stadt. In besonders kalten Wintern verwandelte sich der See früher außerdem in eine natürliche Eisfläche, auf der Schlittschuh gelaufen wurde.
1963 gab der Rat der Stadt Iserlohn grünes Licht für den Weiterbau der Autobahn 46. Vorausgegangen waren laute und kontroverse Proteste von Umweltschützern, da die Trasse direkt über den See führen sollte. Trotz der Kritik wurden mehrere massive Betonpfeiler im See verankert. Nach Jahren der Bauzeit war die Straße 1976 fertig und wurde für den Verkehr freigegeben.
Nahe der Vogelinsel kam 2005 ein auffälliges Kunstwerk ins Wasser. Dort wurde eine rund zwölf Meter hohe Stahlskulptur mit einem Gewicht von etwa 2,4 Tonnen aufgestellt. Dargestellt ist eine Orchidee mit pinken und weißen Blüten. Entworfen wurde sie vom Londoner Künstler Mark Quinn. Zuvor war das Werk unter anderem auf der 50. Biennale in Venedig sowie im Louisiana Museum of Modern Art im dänischen Humlebæk zu sehen. Die Skulptur ist eine Leihgabe des Iserlohner Unternehmers Andreas Dornbracht.
Die Höhe der Bauwerkskrone beträgt 205 Meter, das Bauwerksvolumen ungefähr 42.000 Quadratmeter. Die Kronenlänge beträgt 160 Meter, die Kronenbreite 2,5 Meter. Der Stausee hat einen Speicherraum von 350000 Kubikmetern und eine Wasseroberfläche von 13 Hektar.
