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Ruine Burg Schwarzenberg

Burgruine Schwarzenberg

Zwischen den Ortsteilen Plettenberg und Pasel liegt die 700 Jahre alte Burgruine Schwarzenberg. Tief im Wald versteckt erzählen die alten Mauern vom Leben der Amtleute von Schwarzenberg. Und von diesen alten Grundmauern ist heute noch viel zu sehen.

Wo liegt die Burg Schwarzenberg?

Wenn Ihre Anfahrt in der Kernstadt von Plettenberg beginnt, dann folgen Sie dem Prachtweg. Von Paselaus fahren Sie die Straße "Am Steimel" Richtung Westen und nach der alten Dorfschule über die Lenne Brücke. Die Straße Richtung Burg Schwarzenberg ist für Autos freigegeben, aber nicht im besten Zustand. Fahren Sie langsam, wenn Sie Ihre Stoßdämpfer schonen möchten. Gut eineinhalb Kilometer bis zur Burg müssen Sie zu Fuß bewältigen (ein paar Höhenmeter stehen an). Verschiedene Seitenbuchten an der Straße bieten Parkmöglichkeiten. Einen größeren Wanderparkplatz gibt es am Aussichtspunkt Sehnsuchtsbirke. Die Burgruine finden Sie dann an den Koordinaten: 51.22076498219459, 7.910651842412147. Oder schauen Sie hier auf der Karte nach!

Eine Runde um die Burg

Kleine Pfade führen Sie einmal um die Mauern der Burg herum. Die Umrundung der Burg kann allerdings zu einem kleinen Abenteuer werden. Hier geht es steil bergauf und bergab. Bringen Sie trittfestes Schuhwerk mit und besuchen Sie die Burg an einem trockenen Tag. Vor allem als Ausflug mit Kindern kann das ein großer Spaß werden.

Die Burganlage

Burg SchwarzenbergBurg Schwarzenberg

Wenn Sie sich die ursprüngliche Anlage vorstellen, dann war das am Anfang wirklich noch ziemlich schlicht. Im Kern bestand die Burg erst einmal nur aus einem Bergfried, der ungefähr 13 Meter Seitenlänge hatte. Dazu kamen der Brunnen und das sogenannte Grafenhaus, mehr war das anfangs nicht. Im Laufe der Zeit wurde dann nach und nach erweitert. Es kamen ein Roisthaus dazu, außerdem eine Schmiede, ein Backhaus und auch eine Burgkapelle. Also Schritt für Schritt wurde aus der eher einfachen Anlage ein deutlich komplexerer Burgbereich. Vermutlich im letzten größeren Ausbauabschnitt, irgendwann im 15. Jahrhundert, wurde dann die Kernburg zusätzlich mit einer Mauer umgeben. Dadurch entstand der äußere Burghof, inklusive einer Gartenanlage. Das Ganze wirkte damit deutlich „geschlossener“ als zuvor.

Der Burgbrunnen selbst ist auch ganz spannend. Er wurde zwischen 1981 und 1985 von der Plettenberger Schützengesellschaft wieder freigelegt und ist stolze 26 Meter tief. Schon beeindruckend, wenn man davorsteht, ehrlich gesagt. Heute kann man noch einige Reste gut erkennen. Zum Beispiel ist an der Ostseite des ehemaligen Backhauses noch eine Außentoilette sichtbar, was ja eher ein unscheinbares Detail ist, aber trotzdem interessant. Außerdem sind Grundmauern vom Drostenhaus erhalten, ebenso von einem runden Aufgang und vom Kurfürstenhaus. Auch Teile des Backhauses und Abschnitte des Bergfrieds stehen noch, inklusive des erwähnten Brunnens.

Warum wurde Burg Schwarzenberg gebaut?

Die Burg Schwarzenberg prägte über viele Jahrhunderte das Leben in der Region. Ursprünglich entstand sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts und wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und umgebaut. Sie diente als militärischer Stützpunkt, war Verwaltungssitz der märkischen Amtleute und zeitweise sogar Wohnort der Grafen von der Mark. Erst ein verheerender Brand im 19. Jahrhundert setzte ihrer Geschichte endgültig ein Ende. Auch wenn heute nur noch Ruinen erhalten sind, hat die Burg ihren besonderen Reiz keineswegs verloren. Hoch über dem Lennetal gelegen, zieht sie Besucher bis heute mit ihrer eindrucksvollen Lage und ihrer bewegten Vergangenheit an.

Burgruine SchwarzenbergDie Burgruine

Burg Schwarzenberg im Mittelalter

Im Mittelalter war die Umgebung der Burg ein echter Brennpunkt zahlreicher Auseinandersetzungen. Hier trafen die Interessen der Erzbischöfe von Köln, die mit den Grafen von Berg verbündet waren, auf die der Grafen von der Mark. Nach dem Sieg des Grafen Eberhard I. von der Mark im Jahr 1288 änderten sich die Machtverhältnisse deutlich. Mehrere kölnische Burgen, darunter Isenburg, Volmarstein und Raffenburg, wurden zerstört. Auch die Städte Werl und Menden blieben von den Kämpfen nicht verschont. Gleichzeitig ließ Graf Otto von Waldeck im östlichen Sauerland Burg und Stadt Hallenberg einnehmen. Zudem gingen die Burgen Rodenburg bei Menden und Waldenburg in neue Hände über. In der Folge musste der Erzbischof von Köln den Grafen von der Mark das Recht zugestehen, eigene Befestigungen zu errichten. Außerdem wurde vereinbart, dass keine der beiden Seiten auf dem Gebiet des jeweils anderen neue Festungen bauen durfte. Damit begann eine gezielte Burgenpolitik, die sich vor allem gegen das Erzstift Köln richtete und die Machtverhältnisse in der Region nachhaltig veränderte.

Der Bau von Burg Schwarzenberg

Ein paar Jahrzehnte später, unter Engelbert III. von der Mark, änderte sich die Lage dann deutlich. Er löste die Ansprüche der Arnsberger auf die Burg recht konsequent aus dem Weg. Im Rahmen einer Fehde gegen Graf Gottfried IV. von Arnsberg ließ er 1352 dessen Burghaus zerstören und hatte damit die Anlage schließlich vollständig in eigener Hand. Schon ein Jahr danach, also 1353, ließ der märkische Landesherr seinen Drosten Gerhard von Plettenberg aktiv werden. Dieser sollte die Burg ausbauen und weiter absichern. Kein Wunder eigentlich, denn die Anlage bestand im Kern vor allem aus einem starken Wohnturm und einem recht kompakten befestigten Bereich. Das wurde nun deutlich verstärkt.

Gerhard von Plettenberg hatte übrigens ohnehin schon einiges an Verantwortung in der Region. Seit 1351 verwaltete er die märkischen Besitzungen in Gummersbach und hatte schon seit 1343 ein Burglehen auf dem Schwarzenberg inne. Zusätzlich bekam er den Auftrag, ebenfalls 1353 die Stadt Neuenrade zu gründen, um die Herrschaft der Grafschaft weiter abzusichern. Engelbert III. selbst hielt sich während seiner Regierungszeit von 1347 bis 1391 bevorzugt auf der Burg Schwarzenberg auf. Man kann also schon sagen, dass sie zeitweise sowas wie sein Mittelpunkt der Herrschaft war. Entsprechend dürfte die Burg auch recht repräsentativ ausgestattet gewesen sein, nicht nur zweckmäßig, sondern eben auch mit Anspruch.

Wie wichtig ihm die Anlage war, zeigt sich nicht nur an den Bauarbeiten von 1353, sondern auch an einer Stiftung aus dem Jahr 1385 für die dortige Burgkapelle. Am 1. Mai desselben Jahres stattete er den bereits bestehenden Altar „to dem Swartenberge“ mit Gütern aus dem nahe gelegenen Gevern aus. Interessant ist noch, dass die Burg trotz ihrer Lage ganz nah an der kölnischen Grenze bei Rönkhausen nicht verhindert werden konnte. Der Erzbischof hatte da offenbar das Nachsehen. Am Ende stellte sich dadurch wieder eine Art Gleichgewicht an der Grenze zu Kurköln ein, zumindest für eine gewisse Zeit.

Weiter zum Aussichtspunkt Engelbertstuhl

Nur wenige hundert Meter von der Burg entfernt liegt der Engelbertstuhl Folgen Sie dem Weg zur Burg einfach weiter in Richtung Norden. Der Aussichtspunkt beschert Ihnen einen weiten Blick auf das Tal der Lenne zwischen Siesel und Pasel.


Geschrieben von Andreas Mettler (metti). Veröffentlicht: 29.06.2026
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