Was passiert eigentlich mit der Bigge nach der Biggestaumauer? Ja sicher: Sie fließt noch ein bisschen weiter und mündet dann in Finnentrop in die Lenne. Aber dazwischen? Da gibt es noch eine Staumauer, vielleicht viel weniger bekannt als die Biggetalsperre und die Listertalsperre. Und genau das macht den Ahauser Stausee so interessant.
Ja, der Ahauser See versteckt sich wirklich sehr gut. Während der große Biggesee und der Listersee schon aus der Ferne zu erkennen sind, müssen Sie den Ahauser Stausee schon auf Ihrem Wander-Navi oder auf der Karte suchen. Unwahrscheinlich, dass Sie ihn per Zufall entdecken. Sie können mit dem Fahrrad oder als Wanderer den Ahauser See besuchen. Ein Radweg führt Sie südlich vom Ortseingang von Heggen am Ahauser Schloss vorbei direkt zum See. Ein guter Startpunkt für Wanderer ist der Parkplatz "Auf dem Hölzchen" an der Heggener Straße. Der Weg zum Ahauser Stausee ist von hier ausgeschildert. Die GPS-Koordinaten: 51.14298018904906, 7.969256718761551. Und hier noch der Blick auf die Karte.
Gar nicht so einfach, diesen See zu umrunden. Weder mit dem Fahrrad, noch zu Fuß. Im Süden führt Sie eine Brücke über die Bigge, im Norden müssten Sie bis nach Heggen hineinwandern, um die Bigge wieder zu überqueren. Ein Weg führt zwar auch über die Staumauer, dieser ist jedoch nicht öffentliche zugänglich. Das bedeutet: Sie nehmen entweder einen langen (und landschaftlich nicht so schönen) Umweg in Kauf oder Sie wandern einmal vorwärts und dann wieder zurück. Sie können Ihre Tour auch in Attendorn an der Schafsbrücke unterhalb der Burg Schnellenberg starten.
Wenn die Listetalsperre oder der Biggesee zu überlaufen zu überlaufen wirken, dann ist der Ahauser Stausee vermutlich genau der richtige Ort. Vor allem der Wanderweg entlang des Ostufers ist ein malerisch ruhiger Ort. Sie müssen hier einige Steigungen überwinden, werden aber immer wieder mit fantastischen Höhensichten zum See belohnt.
Der Stausee wurde in den Jahren 1937 und 1938 gebaut. Heute gehört die Anlage dem Ruhrverband. Der See wird von einem rund 165 Meter breiten Erddamm gestaut und erreicht an seiner tiefsten Stelle etwa 13 Meter. Hauptaufgabe des Stausees ist die Energiegewinnung sowie die gleichmäßige Regulierung der Wasserabgabe des Kraftwerks an der Biggetalsperre. Im Kraftwerk arbeiten zwei Kaplan Turbinen, die in einem mit Naturstein verkleideten Gebäude untergebracht sind. Die Anlage kommt auf eine Leistung von rund 2,2 Megawatt und wird vor allem genutzt, um kurzfristige Spitzen im Strombedarf auszugleichen. Pro Jahr entstehen dort ungefähr drei Millionen Kilowattstunden Strom. Betrieben wird das Kraftwerk von der Lister- und Lennekraftwerke GmbH.
Noch ein paar nüchterne Zahlen gefällig? Bitte sehr: Das Bauwerksvolumen fasst gut 26.000 Kubikmeter, die Kronenlänge ist 165 Meter lang. Das Kraftwerk generiert 2,2 Metawatt. Die Wasseroberfläche erreicht 33 Hektar mit einem Speicherraum von 0,84 Millionen Kubikmetern. Einige Bereiche des Stausees liegen seit 2003 zum Naturschutzgebiet "Ahauser Klippen und Stausee".
Hat Sie dieser Artikel neugierig gemacht, den Ahauser See zu besuchen? Genau das war auch der Plan. Nehmen Sie sich Zeit zum Wandern oder zum Radfahren und relaxen Sie unter der Brücke am Südufer des Sees. Sie werden es vermutlich nicht bereuen.
