380 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten prägen die Landschaft des Felsenmeers in Hemer. Darunter befindet sich ein weitläufiges Höhlensystem, das der Besucher des Felsenmeers nur erahnen kann.
Fahren Sie von Hemer aus nach Osten über die Deilinghofer Straße. Der Parkplatz "Panzergelände" liegt direkt zwischen dem Sauerlandpark und dem Felsenmeer. Das sind die GPS-Koordinaten der Attraktion: 51.381852192992575, 7.788369090015042. Und hier sehen Sie das Felsenmeer auf der Karte. Für Anreisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es gibt auch eine Bushaltestelle direkt am Weg zum Felsenmeer.
Ein Panoramaweg führt Sie entlang und mitten durch das Felsenmeer über Brücken und zu Aussichtspunkten. Planen Sie mindestens zwei Stunden ein, wenn Sie sich für alle Aussichtspunkte und Eindrücke etwas Zeit nehmen möchten. Das Felsenmeermuseum informiert Sie über die Geologie und die Geschichte der Sehenswürdigkeit. Der Eintritt ins Felsenmeer ist kostenlos. Der Besucher erkundet das Felsenmeer in der Regel auf eigene Faust ohne geführte Wanderung.
Man erzählt sich, dass sich vor sehr langer Zeit im Gebiet rund um den heutigen Sundwiger Wald Zwerge angesiedelt haben. Tief unter den Felsen gruben sie nach wertvollen Schätzen wie Gold, Silber und Edelsteinen. Über all diese Reichtümer herrschte der Zwergenkönig Alberich. Eines Tages bekamen die Riesen aus der Umgebung Wind von dem sagenhaften Schatz. Sie beschlossen, die Felsenburg der Zwerge zu überfallen und auszurauben.
Die Zwerge konnten sich jedoch rechtzeitig in die tiefsten unterirdischen Gänge zurückziehen. Die Riesen schafften es nur bis in eine große Halle im Inneren des Felsens. In diesem Moment sprach Alberich einen mächtigen Zauber. Plötzlich brach die Decke der Halle ein und begrub die Riesen unter sich. Seitdem liegt an dieser Stelle das sogenannte Felsenmeer. Und noch heute soll man dort ein Relikt dieser Geschichte entdecken können: eine große Steinplatte mit dem Abbild eines Riesen, die im Paradies aufgestellt wurde.
Das Felsenmeer besteht aus einem besonderen Kalkstein, der sich schon vor rund 385 Millionen Jahren in einem flachen, tropischen Meer gebildet hat. Diese Gesteinsschicht aus dem sogenannten Devon zieht sich heute entlang des südlichen Randes des Ruhrgebiets, von Wuppertal über Hagen und Iserlohn bis hinein ins Hönnetal. Vor etwa 20 bis 30 Millionen Jahren veränderte sich die Landschaft deutlich. Durch ein warmes und feuchtes Klima wurde der Kalkstein an der Oberfläche teilweise aufgelöst. So entstand nach und nach eine ungewöhnliche Felsenlandschaft mit spitzen Kegeln und tiefen Spalten, die die einzelnen Felsen voneinander trennen.
Schon im frühen Mittelalter nutzten Menschen die Höhlen in diesem Gebiet. Bereits im 8. oder 9. Jahrhundert wurde hier nachweislich Eisenerz abgebaut, vor allem im Nordwesten und Südosten. Das Felsenmeer gilt sogar als einer der ältesten bekannten Orte für den Abbau von besonders eisenreichem Gestein in Westfalen. Neben verschiedenen Eisenarten fanden sich dort auch Zinkspat und sogar seltene Mineralien wie Grünbleierz. Im nördlichen Teil des Gebiets lassen sich bis heute Spalten, Schächte und mehrere Höhlen erkennen.
Selbst in neuerer Zeit blieb die Landschaft in Bewegung. Noch im Jahr 1950 stürzte im Nordwesten eine Felswand ein. Insgesamt durchziehen drei unterschiedliche Rissrichtungen das Gebiet, die sich in verschiedenen Ausrichtungen durch das Gestein ziehen und das Erscheinungsbild des Felsenmeers prägen.
Das Felsenmeer ist heute Teil des Geoparks Ruhrgebiet.
Die Tour zum Felsenmeer Hemer kann auch zum Tagesausflug werden. Das Felsenmeer liegt direkt zwischen dem Sauerlandpark und dem Eingang zur Heinrichshöhle. Möchten Sie alle drei Sehenswürdigkeiten besuchen? Achten Sie darauf, dass die Heinrichshöhle nur an bestimmten Tagen geöffnet ist.
